Nachhaltigkeit im Versandhandel – Wachsendes Problem

Würde es eine Wahl zum Wort des vergangenen Jahrzehntes geben, so würde der Begriff Nachhaltigkeit der Sieger sein. Die grüne Bewegung, die ihre ersten kleinen Wellen in den 80er Jahren schlug, ist auf die Konsumgesellschaft übergegangen. In der Grünen Branche steckt also Geld. Nachhaltigkeit ist heutzutage überall vorzufinden. Wir wollen uns nun einem sehr speziellen Thema widmen. Wie sieht es eigentlich im Versandhandel aus? In den letzten Jahren haben sich wiederholt desaströse Umstände offenbart, die es zu bekämpfen gilt. Wir greifen nun zwei Aspekte heraus.

Carbon Dioxide Symbol

Wie steht es um den Versand?

Geht es um Nachhaltigkeit, kommt häufig der Begriff CO2-Emissionen vor. Wie wir inzwischen wissen, ist der Verbrennungsmotor der Fahrzeuge unter anderem dafür verantwortlich, dass die CO2-Werte in der Atmosphäre stetig ansteigen. Nun werden die meisten Pakete freilich nicht mit dem Fahrrad ausgeliefert, sondern durch Lastkraftwagen oder Lieferwagen. Bedingt dadurch, dass der Verbraucher heute vermehrt im Internet bestellt und nicht den Laden um die Ecke aufsucht, hat sich eine enorme Logistik ergeben. Was den Umstand noch schlimmer macht: die kostenlosen Rücksendungen. Sie bestellen drei Schuhe desselben Modells, aber in unterschiedlichen Größen und schicken die beiden Paare, die nicht passen, zurück.

Was ist die Lösung für das Versandproblem?

Klimaneutraler Versand ist eine Möglichkeit. Wenn Sie sich damit genauer beschäftigen, werden Sie zwar feststellen, dass diese Lösung eine Doppelmoral besitzt, allerdings immer noch besser ist, als überhaupt nicht zu handeln. Unternehmen, die diesen Versand anbieten, investieren in nachhaltige Projekte, die dafür sorgen, dass CO2-Emissionen gesenkt werden, sodass der Schaden durch den Versand des Produktes quasi „aufgehoben“ wird. Auch die EU hat reagiert. Laut neuem Gesetz, welches seit 13. Juni in Kraft getreten ist, dürfen Versandhändler die Kosten für die Rücksendung auf den Verbraucher abwälzen. Somit überlegen sich viele Kunden zweimal, ob wirklich unnötig viel bestellt wird.

Wie steht es um die Herstellung und Bedingungen von Kleidung?

Mode ist ein wichtiger Bereich der modernen Gesellschaft. Deshalb verwundert es auch nicht sonderlich, dass sehr viele Kleidungsstücke über das Internet bestellt werden. Ein großes Problem an dieser Stelle ist die mangelnde Transparenz. Unter welchen Bedingungen werden die Kleidungsstücke eigentlich produziert? Sind es erwachsene Menschen, die anständig entlohnt werden, oder doch wieder Kinder, die in Fabriken arbeiten, die vor dem Einsturz gefährdet sind? Wie steht es um die Inhaltsstoffe der Kleidung? 100 % Baumwolle muss nichts heißen. Hierbei handelt es sich um die verwendeten textilen Fasern. Es sagt jedoch nicht aus, was zur Behandlung hergenommen worden ist. Bleichen, Färben oder knitterfreie Eigenschaften lassen sich schnell und billig durch giftige Chemikalien bewirken. Oder der Rohstoff selbst. Baumwolle wird heutzutage in unvorteilhaften Monokulturen angebaut, sodass die Gefahr auf einen Schädlingsbefall sehr hoch ist, wodurch die Ernte mit unheimlich vielen Pestiziden behandelt werden muss.

Was ist die Lösung?

Zuerst muss sich die Einstellung des Verbrauchers ändern. Bei der Kleidung an Geld zu sparen, ist nicht sehr sinnvoll. Doch nicht allein das Geld ist ein Problemherd, die Verbraucher informieren sich nicht, unter welchen Umständen die Kleidungsstücke hergestellt werden. Medienberichte weisen immer wieder darauf hin, welche Unternehmen schmutzig und unmoralisch handeln. Natürlich ist es auch wichtig, dass die Rohstoffe besser und vor allem natürlich behandelt werden. Wir leisten somit einen Dienst an unserem Körper, an der Umwelt und an den Menschen, die diesen Bedingungen im Prozess der Herstellung ausgesetzt sind.

Zusammenfassend:

–              hohe CO2-Belastungen durch Versand und Rückversand
–              klimaneutraler Versand und neues EU-Gesetz als Lösungsansätze
–              Arbeitsbedingungen in vielen Ländern sehr schlecht
–              Verwendung von giftigen Chemikalien
–              Bereitschaft mehr Geld auszugeben und sich zu informieren als Lösungsansätze

Gibt es auch Vorreiterunternehmen?

So steht beispielsweise der Otto Versand mit seinen Aktionen, Strategien und Projekten sehr gut da. Das Thema Nachhaltigkeit wird in diesem Unternehmen ernst genommen. So wird darauf wertgelegt, dass nachhaltige angebaute Baumwolle aus Afrika zum Einsatz kommt. Keine Pestizide und faire Bedingungen für die Mitarbeiter. Umweltschutz ist dem Unternehmen ein Anliegen, sodass Haushaltsgeräte mit den besten Energiewerten angeboten werden. Schulprojekte in Afrika und das Ziel bis 2020 nur noch FSC-zertifiziertes Holz anzubieten, runden das Bild gelungen ab.

Short URL: http://alt.leobennews.at/?p=15380

Posted by on Jul 7 2014. Filed under Wirtschaft. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

Leave a Reply

Photo Gallery

Anmelden | Designed by Gabfire themes and Schuchi Webdesign.

gelistet bei:Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de und Bloggeramt.de und Blog Top Liste - by TopBlogs.de und blogoscoop und

Bezirksnachrichten Leoben www.LeobenNews.at

Bei den Bezirksnachrichten Leoben News finden Sie alle Nachrichten aus dem Bezirk Leoben. Wir berichten über Sport, Veranstaltungen, Politik, Wirtschaft und vieles mehr. Die Bezirksnachrichten Leoben News sind seit Oktober 2009 online.