Typische Berufskleidung ist steuerlich absetzbar

Darf ein Apotheker seinen Kittel von der Steuer absetzten? Oder ein Banker seinen Anzug? Die steuerliche Absetzbarkeit von Arbeits- und Berufsbekleidung ist in Österreich nicht eindeutig geregelt und es gibt verschiedene Urteile. Was ist nun typische Arbeitskleidung?

Was ist typische Berufsbekleidung?

Ein Bankangestellter, der in seiner Freizeit lieber Jeans trägt, darf gemäß § 12 Nr. 1 Satz 2 des Einkommenssteuergesetzes seine Anzüge beispielsweise nicht absetzen, da er sie ja auch privat tragen könnte.

Nur typische Berufsbekleidung kann steuerlich abgesetzt werden – allerdings auch nur dann, wenn der Arbeitnehmer sie selber bezahlt hat, sie selber reinigt und die Kosten hierfür nicht vom Arbeitgeber erstattet bekommt. Dazu zählen:

  • Arztkittel
  • Blaumann
  • Roben
  • Spezialschuhe

Als „typisch“ gilt Berufskleidung, die dem Schutz des Arbeiters dient, nur für den Berufsalltag bestimmt ist und sich von der Freizeitkleidung unterscheidet. In Österreich können Arbeitnehmer in der sogenannten Arbeitnehmerveranlagung Arbeitsmittel bis zu einer Höhe von 400 Euro absetzten. Dazu gehören auch Werbungskosten.

Foto: © istock.com/dstephens

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Anforderungen an die Berufsbekleidung

Die Arbeitskleidung und Arbeits- oder auch Sicherheitsschuhe müssen für die jeweilige Tätigkeit geeignet sein. Durch die Beschaffenheit dürfen die Träger bei der Ausübung des Berufs niemals zusätzlich gefährdet werden. Daher sind Arbeitsschuhe und Arbeitskleidung dementsprechend auszuwählen.

Besteht im Berufsalltag die Gefahr, durch bewegte Teile von Betriebseinrichtungen, Betriebsmitteln, Werkstücke oder Maschinenwerkzeuge erfasst zu werden, muss eng anliegende Berufsbekleidung getragen werden.

In Räumen mit Explosionsgefahr darf Arbeitskleidung nicht getragen werden, wenn diese zur Bildung von Funken führen kann, wie beispielsweise Kleidung aus elektrostatisch aufladbaren Materialien oder Schuhe mit Eisenbeschlägen.

Bei Arbeiten mit brandgefährlichen Stoffen darf Berufsbekleidung, die mit brandfördernden oder leicht entzündlichen Stoffen verunreinigt ist, nicht getragen werden. Dies gilt ebenso für Arbeitskleidung aus leicht entzündlichen, leicht schmelzenden oder leicht brennbaren Kunststoffen.

Während dem Arbeiten auf Gerüsten, auf Dächern, beim Lenken von Fahrzeugen, an gefährlichen Maschinen und bei Transportarbeiten dürfen Pantoffel, offene Schuhe oder Schuhe mit Holzsohlen nicht getragen werden.

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Posted by on Okt 21 2014. Filed under TOP Artikel. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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