Windpark Kraubatheck: Agrargemeinschaft wehrt sich gegen Naturschutzgebiet

Das Land Steiermark hat das Kraubatheck als Eignungszone für Windkraft ausgeweisen. Daraufhin wollte die Firma Ecowind gemeinsam mit den Eigentümern der Agrargemeinschaft Kraubatheck einen Windpark errichten. Vier nicht ortsansässige Grundbesitzer sind jedoch gegen diesen Plan und wollen nun, dass das Land die Flächen als Naturschutzgebiet ausweist.

Die Agrargemeinschaft und die Landwirtschaftskammer kritisieren dieses Vorhaben nun massiv.

v.l. BB-Obmann KO Ing. Robert Hafellner, Betroffene Alexandra Frewein, LAbg. Vzbgm. Ing. Eva Maria Lipp und Vertreter u. Betroffener der Agrargemeinschaft Kraubatheck Bernhard Luckner

v.l. BB-Obmann KO Ing. Robert Hafellner, Betroffene Alexandra Frewein, LAbg. Vzbgm. Ing. Eva Maria Lipp und Vertreter u. Betroffener der Agrargemeinschaft Kraubatheck Bernhard Luckner

Es kann und darf nicht Schule machen, dass Einzelpersonen mit ihren Eigeninteressen so leicht Recht bekommen. Wenn dies publik wird, sind für viele andere auch die Tore wieder sehr weit offen. In diesem Fall waren es 4 Gegner mit größeren Besitzungen gegen 25 Personen aus der Agrargemeinschaft plus angrenzende Nachbarn, die auch mithineingezogen werden. Schlussendlich geht es dann insgesamt um die 50 Personen, die hier sehr negativ und unmittelbar betroffen sind.“ betont LAbg. Eva Maria Lipp

Der Kammerobmann Robert Hafellner verweist auf folgenden Punkt: „Diese Flächen, um die es in diesem Fall geht, haben die gewissenhaften Landwirte zu dem gemacht, was sei heute sind. Weil sie sehr nachhaltig denken. Und sonst NIEMAND! Nachhaltige Nutzung ist der beste Schutz, der vor dem Naturschutz zu stehen hat. Auch in Zukunft wären sie damit nicht anders umgegangen. Bisher durften sie ihre Flächen ganz normal bewirtschaften, was mit einer Ausweisung zum Naturschutzgebiet Geschichte ist. Bin auch überzeugt, dass die ausgewiesenen Flächen für Windparks auch diesbezüglich vorher genau geprüft wurden. Da ist niemandem etwas aufgefallen? Ich kann die mehr als verärgerten BesitzerInnen sehr gut verstehen. Aber wir müssen ihnen zu IHREM Recht verhelfen und nicht an die 4 Gegner denken, die mit ihrem Ansinnen Unschuldige nachhaltig schädigen. Sollen sich in ihren eigenen Wäldern Naturschutzgebiete suchen und ausweisen lassen! Landesrat Kurzmann tritt überall als der nette Mensch mit vollstem Verständnis auf, lässt aber seine Wölfe in den Abteilungen wüten.

Als Vertreter der Agrargemeinschaft und als Kammerobmannstellvertreter wehrt sich Bernhard Luckner vehement: „Wie möchten kein Naturschutzgebiet, sondern wir wollen unseren Grund und Boden weiterhin so gewissenhaft und mit Sorgfalt so wie unsere Väter es getan haben weiter bewirtschaften. Ein Naturschutzgebiet würde uns Bauern das Instandhalten und Bewirtschaften des Waldes durch entsprechende Auflagen und Vorschriften derart erschweren und den Wald langfristig gesehen massiv schädigen. Sturmschäden und Borkenkäferbefall können dann in Zukunft nicht mehr bearbeitet werden, wie es eigentlich vom Forstgesetz her vorgesehen ist. Wir haben eine Unterschriftenaktion gegen dieses Naturschutzgebiet ins Leben gerufen wo bereits mehrere hundert Menschen – alles aus der Region – unterschreiben haben. Die Gegner haben dies auch gemacht. Haben aber fast zur Gänze nur Unterschriften von Personen die nicht hier leben und ihren Wohnsitz bis ins Ausland haben.“

Zum Gutachten des Landes merkt Alexandra Frewein an: „ Wie kann im Dezember ein Gutachten erstellt werden, in dem von Zugvögeln die Rede ist? Auch die Kurzfristigkeit der Erstellung des Landesgutachtens lässt absolut keine Objektivität zu! Weiters ist folgendes wichtig: Mir und meiner Familie würde es in Zukunft sehr wehtun in einen Wald zu gehen der mein Eigentum ist aber ich nicht meinen Waldwirtschaftsplan ausführen kann. Mein Vater hat vor vielen Jahren mit viel Fleiß eine Fläche von ca. 1 ha Wertentastet, d.h. Die Bäume werden von den Ästen freigemacht, damit hochwertige Tischlerware entstehen kann. Das kann doch nicht sein, dass wir mitanschauen müssen wie dieses Holz „verwildert“, und an Wert verliert, welche wirtschaftliche Einbußen für unseren Betrieb hervorrufen. Wir wollen und wir brauchen keine Vorschriften von irgendwelchen Leuten, die keine Ahnung von Waldwirtschaft haben, und sich nur mit Vögeln, Ameisen usw. auskennen!

Schlussendlich ist die ausgewiesene Fläche für die Besitzer nur noch eine Kostenstelle, aus der auf Grund der Auflagen kein Ertrag erwirtschaftet werden kann! Diese Entwertung kommt einer Enteignung gleich.

 

Short URL: http://alt.leobennews.at/?p=16154

Posted by on Dez 16 2014. Filed under Allgemein, Politik, Sonstiges. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

Leave a Reply

Photo Gallery

Anmelden | Designed by Gabfire themes and Schuchi Webdesign.

gelistet bei:Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de und Bloggeramt.de und Blog Top Liste - by TopBlogs.de und blogoscoop und

Bezirksnachrichten Leoben www.LeobenNews.at

Bei den Bezirksnachrichten Leoben News finden Sie alle Nachrichten aus dem Bezirk Leoben. Wir berichten über Sport, Veranstaltungen, Politik, Wirtschaft und vieles mehr. Die Bezirksnachrichten Leoben News sind seit Oktober 2009 online.